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Suchtarten

Wonach können wir denn süchtig werden? Und wovon können wir abhängig werden?

Betrachtet man die gebräuchlichen Wortzusammensetzungen mit dem Begriff „–sucht“, so scheint es, als ob es keinen Bereich unseres Lebens gäbe, in welchem wir nicht süchtig werden können:

Putzsucht, Esssucht, Fernsehsucht, Alkoholsucht, Beziehungssucht, Eifersucht …

Tatsächlich ist es so, dass sehr viele Verhaltensweisen oder Konsumgewohnheiten süchtig entgleisen können, den Rahmen des Harmlosen, des gesundheitlich und sozial Unbedenklichen überschreiten. Von „Sucht“ oder „Abhängigkeit“ spricht man, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Ob diese Schwelle erreicht oder überschritten ist, kann am besten ein Fachmann beurteilen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Süchten, je nachdem,

  • ob ein Mensch von einem bestimmten Stoff abhängig ist, den er konsumiert (essen, trinken, inhalieren, injizieren) - stoffgebundene Sucht
  • ob ein Mensch von einem bestimmten Verhalten abhängig ist, welches sein Leben, seinen Alltag – und letztlich seine Gesundheit mehr beherrscht, als es gut ist – stoffungebundene Sucht

Zu den häufigsten Suchtstoffen/-verhalten finden Sie hier nähere Informationen:

Alkohol

Je mehr und häufiger Sie Alkohol trinken, desto größer ist das Risiko!

"Alkoholmissbrauch" ist jeder Alkoholkonsum, der zu psychischen, sozialen oder körperlichen Schäden führt. Als mögliche Folgen von Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch sind beispielsweise Unfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz, finanzielle Probleme sowie Probleme in Partnerschaft und Familie zu nennen. Die Folgen von Alkohol und die Gefahren, die von Alkohol ausgehen, hängen von der Menge und der Häufigkeit des Alkoholkonsums ab.

Aber körperliche, psychische und soziale Schäden entstehen in der Regel nicht von heute auf morgen. Vielmehr wird häufiger und/oder übermäßiger Alkoholkonsum von den Betroffenen zunächst oft verharmlost. Alkoholmissbrauch wird als solcher nicht erkannt oder aus dem Bewusstsein verdrängt. Insbesondere in Stresssituationen oder bei Konflikten ist es für viele alltäglich, Alkohol zu trinken, um vom Kummer und den Sorgen "abschalten" zu können . Doch gerade dieser Versuch der "Problemlösung" birgt ein erhöhtes Risikopotenzial. Denn wenn Alkohol scheinbar bei der Lösung von Problemen hilft, gelingt es in der Folge immer seltener, unangenehme Situationen auch ohne das Suchtmittel anzugehen. Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit verläuft häufig fließend.

"Alkoholabhängigkeit" ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend auf das Suchtmittel Alkohol fixiert. Sie entwickelt sich meist über einen langen Zeitraum und tritt im Allgemeinen dann auf, wenn ein langzeitig erhöhter Alkoholkonsum und die individuelle genetische Veranlagung zusammenwirken. Sie wird in der Regel dann diagnostiziert, wenn während des letzten Jahres mindestens drei der nachfolgend aufgeführten sechs Kriterien der "Diagnostischen Leitlinien für das Abhängigkeitssyndrom" (ICD-10) erfüllt sind:

  • Es besteht ein starker Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren.
  • Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.
  • Das Auftreten eines körperlichen Entzugssyndroms.
  • Es kann eine Toleranz nachgewiesen werden, d. h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen.
  • Andere Vergnügungen oder Interessen werden zugunsten des Substanzkonsums zunehmend vernachlässigt.
  • Der Alkoholkonsum wird trotz nachweisbarer eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, sozialer oder psychischer Art fortgesetzt.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol und anderen Drogen kann die Wirkung der Substanzen und damit das Risiko für die Gesundheit extrem verstärkt werden. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte kein Alkohol konsumiert werden, denn hier können die Wirkungen verstärkt werden und schlimmstenfalls gefährliche Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten.

(Quellen: www.dhs.de/ www.kenn-dein-limit.de)

Illegale Drogen

Man bezeichnet die Substanzen als illegale Drogen, deren Besitz, Konsum oder Handel
im Betäubungsmittelgesetz geregelt sind. Dazu gehören verbotene Substanzen (z. B. Haschisch oder Heroin), aber auch solche, die in der Medizin genutzt und verschrieben werden dürfen (z. B. Morphine oder Amphetamine).

Cannabis, Ecstacy, Kokain und Heroin gehören zu den meist verbreiteten illegalen Drogen. Ähnlich wie beim Alkohol kann der regelmäßige und langanhaltende Drogenmissbrauch zu einer Abhängigkeit führen, die mit physischen und psychischen Folgeschäden einhergeht.

Internet/ neue Medien

Die Nutzung des Internets gehört mittlerweile ganz selbstverständlich zu unserem Leben und s macht es uns in vielerlei Hinsicht auch einfacher. Man kann sich leicht Informationen beschaffen, soziale Kontakte pflegen, Freizeitbeschäftigungen organisieren – das Internet ist täglich und rund um die Uhr für uns nutzbar. Doch das hat nicht nur Vorteile: Denn die ständige Verfügbarkeit und der emotionale und funktionale Nutzen können im schlimmsten Fall auch zu einer Internetsucht führen.
Die Symptome einer Internetsucht zu kennen und aufmerksam zu beobachten, kann dabei helfen, frühzeitig erste Anzeichen für die Diagnose Internetsucht zu entdecken. Doch der Übergang von einem normalen Nutzungsverhalten hin zu einer suchtgetriebenen Aktivität tritt meist schleichend ein und ist nur schwer zu erkennen. Es gibt jedoch einige Merkmale und Symptome, die auf einen übermäßigen und auch auf einen krankhaften (pathologischen) Internetgebrauch hinweisen können. Von einer Internetsucht spricht man aber erst dann, wenn der Betroffene seine Internetaktivitäten nicht mehr beeinflussen kann und der Umgang mit dem Internet so großen Einfluss auf sein Leben hat, dass es andere Bereiche beeinträchtigt. 

Wenn mindestens drei der sechs folgenden Symptome auftreten oder sich im Verlauf der Zeit entwickeln, kann dies bereits ein Hinweis auf eine Internetsucht sein:

  • starker Wunsch/ innerer Zwang, sich mit Aktivitäten (z. B. Onlinespiele, soziale Netzwerke u. a.) im Internet zu beschäftigen.
  • Kontrollverlust - verlieren des Zeitgefühles während der Nutzung des Internets
  • Entzugssymptome,  wenn das Internet nicht genutzt wird (z. B. innere Unruhe, Gereiztheit, Schafstörungen u. a.)
  • stetige Steigerung der Internetnutzung
  • Vernachlässigung anderer Hobby (außerhalb des Internets)
  • Verdrängung negativer Folgen

Für eine endgültige Diagnose sollten Sie sich aber immer professionelle Unterstützung, z. B. bei Ihrem Arzt oder einer Suchtberatungsstelle vor Ort suchen!

(Quelle: www.dak.de)

Glücksspiel

Menschen, die gerne Glücksspiele spielen, werden in der Regel nicht sofort spielsüchtig. Dennoch gibt es Menschen, die trotz erheblicher persönlicher Nachteile, wie z. B. größeren finanziellen Verlusten, weiter spielen. Wer zu viel spielt, kann die Fähigkeit verlieren, sich zu entscheiden, ob er dem Glücksspiel nachgehen möchte oder nicht. Glücksspielsüchtige verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten. Das hat für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld oft ernsthafte Folgen, unter denen alle Beteiligten leiden.

  • Es werden Lügen und Ausreden erfunden, um unangenehme Tatsachen zu verbergen, z. B. dass man den Monatslohn verspielt hat.
  • Vertrauensvolle Beziehungen werden zerstört, weil die Spielenden sich oft gefühlsmäßig abwenden und sich ganz dem Spielen zuwenden.
  • Die existenzielle Lebensgrundlage geht verloren, z. B. weil das Geld für Lebensmittel oder die Miete fehlt.
  • Gemeinschaftliche Unternehmungen mit Freunden und Familie sind nicht mehr möglich, weil Spielende dazu keine Zeit haben

Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Sie bestimmt das Alltagsleben der Betroffenen, denn sie nehmen fast jede Gelegenheit wahr, um zu spielen. Die Familie, das Berufsleben und die soziale Kontakte werden vernachlässigt. Normalen Problemen des Alltags und negativen Gefühlen weichen sie aus, indem sie spielen.

(Quelle: www.spielen-mit-verantwortung.de)

Medikamente

Viele Medikamente können Krankheiten verhindern, lindern oder heilen. Werden bestimmte Medikamente (z. B. Schlafmittel = Benzodiazepine) aber zu lange und in zu großen Mengen geschluckt, dann können sie krank machen. 

Ein Medikamentenmissbrauch beginnt dann, wenn mit Hilfe von Medikamenten versucht wird, das eigene Wohlbefinden zu beeinflussen und eigene Probleme auszublenden.

Oft ist der Übergang vom Medikamentenmissbrauch zur -abhängigkeit fließend. Schluckt dann ein Patient ein Medikament zwanghaft, besteht meist bereits schon eine Abhängigkeit.

Dies kann zum Beispiel bereits damit beginnen, dass der Arzt Medikamente gegen Beschwerden, wie innere Unruhe, Angst oder Depression verschreibt. Zuerst verbessern sich die Symptome und es kommt zur seelischen Entlastung. Lässt die Medikamentenwirkung dann aber nach, sind die Betroffenen enttäuscht – denn es hat sich für sie nicht wirklich etwas gebessert. Aber die Medikamente haben zumindest dazu beigetragen, dass der Patient sich von seinen Problemen entlastet gefühlt hat, ohne selbst etwas dagegen tun zu müssen. So entsteht ein Teufelskreis: der Patient greift erneut zur Pille!

Essstörungen

Ein gestörtes Essverhalten allein ist noch keine Krankheit, aber daraus kann sich eine Erkrankung entwickeln. Essstörungen können sich auf verschiedene Weise zeigen. So unterschiedlich sie sich auch zeigen, eines ist für alle kennzeichnend: Essen bestimmt das Leben der Betroffenen. Das gilt für ihren Tagesablauf, ihre Gefühle, ihre Beziehungen zu anderen, ihre beruflichen und privaten Entscheidungen. Sie sind auf das Essen bzw. das Nicht-Essen fixiert. Ihr Körper ist aus ihrer Sicht für alles Glück und Unglück verantwortlich - sie tragen ihre inneren Spannungen auf dem „Schlachtfeld Körper“ aus.

Es werden dabei drei Hauptformen unterschieden:

  • Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa) - starker Gewichtsverlust, den die Betroffenen bewusst herbeiführen
  • Bulimie (Bulimia nervosa) - häufige Essattacken, bei denen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen gegessen und wieder erbrochen werden
  • Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder) - wiederholte Essattacken, die mit übermäßigem Essen einhergehen; Erleben von   Kontrollverlust
Alle Essstörungen können ineinander übergehen oder sich abwechseln, aber nicht immer sind bei Essstörungen alle Merkmale ausgeprägt. Auch lassen sich nicht alle Essstörungen lassen den drei Hauptformen zuordnen.

(Quelle: www.bzga-essstoerung.de)

Legal Highs

Legal Highs (auch Herbal Highs, Research Chemicals oder Badesalzdrogen genannt) sind psychoaktive Substanzen, die als Kräutermischungen, Lufterfrischer, Reiniger, Badesalze u. a. angeboten werden.

Meist werden diese Produkte im Internet, Smartshops oder Headshops oder auch verdeckt auf Darknet-Märkten unter verschiedenen Namen angeboten.Häufig enthalten sie Rauschmittel, Stimulanzien oder ähnliche chemische Wirkstoffe, die auf den Verpackungen nicht ausgewiesen werden. Die Zahl neu entdeckter Substanzen wächst seit Jahren. Einige der als Legal Highs vermarkteten Stoffe wurden bereits in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gestellt. Es werden jedoch immer wieder neue Stoffe auf den Markt gebracht, um das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen. Die gesundheitlichen Folgen sowie deren Wirkung sind für Konsumenten nicht absehbar.

Grundsätzlich sind die verschiedenen verfügbaren Stoffe zu unterscheiden:Räuchermischungen enthalten hauptsächlich synthetische Cannabinoide und sollen einen Cannabis-ähnlichen Rauschzustand erzeugen. Darüber hinaus gibt es „Badesalze“, die hauptsächlich aus amphetaminähnlichen Stoffen bestehen und daher auch einen amphetaminähnlichen Rauschzustand auslösen. Als dritte Gruppe ist das Herbal Ecstasy erhältlich, das zum Teil aus Holzrosensamen, aber auch anderen, synthetischen Bestandteilen besteht. Alle diese verschiedenen Substanzen sollen einen entweder beruhigenden, angenehmen Rauschzustand herbeiführen oder aber stark belebend bis halluzinogen wirken. Zumeist sind weder die genaue Wirkweise noch eventuelle Kurz- und Langzeitfolgen in irgendeiner Weise ausreichend dokumentiert. Auch ist der Reinheitsgrad der chemischen Wirkbestandteile nicht sichergestellt, sodass teilweise giftige Verunreinigungen und Prozesszwischenstufen der Herstellung enthalten sein können. Konsumenten berichteten über Nebenwirkungen wie Angstzustände, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Kreislaufversagen und Ohnmacht sowie über Vergiftungen, Wahnvorstellungen und Psychosen. In Deutschland gab es Fälle mit schweren bzw. lebensgefährlichen Intoxikationen nach Konsum von Legal Highs.

Bei der Verwendung von Legal Highs ist es für den Konsumenten oftmals schwierig, die eigene Reaktion auf die Substanzen durch eine anfangs geringe Dosierung genügend abzuschätzen, da einige Substanzen ein starkes Bedürfnis zur Dosissteigerung hervorrufen können. Dies erhöht die Gefahr einer Überdosierung, die zu lebensgefährlichen Zuständen bis hin zum Tod führen kann.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_psychoaktive_Substanzen
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