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Suchtarten

 

Alkohol

Nach dem Feierabend ein Glas Wein oder eine Flasche Bier? Für viele Menschen ist dies Normalität. Der Konsum von Alkohol hat sich in der deutschen Gesellschaft fest verankert. Ob in geselliger Runde, nach der Arbeit oder nach stressigen Situationen, ein Glas Alkohol kann ja nicht schaden. Oder doch? Beliebt ist Alkohol vor allem durch die kurzzeitig hervorgerufene Wirkung, die Stimmung zu heben, entspannend und angstlösend zu wirken und ebenso die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft zu fördern. Doch zu viel und zu häufiger Alkoholkonsum kann negative körperliche, psychische oder soziale Folgen haben. Besonders um bei bestehenden Problemen „den Kopf frei zu bekommen“ greifen viele Menschen zu Alkohol. Doch genau diese Situationen bergen ein hohes Risiko zukünftig in ähnlichen Momenten den Stress durch Alkoholmissbrauch bewältigen zu wollen. Aus diesem Grund entsteht eine Alkoholabhängigkeit zumeist schleichend und kann meist anfangs von den Betroffenen sehr gut versteckt werden. 

Symptome einer  beginnenden Alkoholabhängigkeit können unter anderem sein:

  • häufiges Denken an oder Verlangen nach Alkohol
  • Gewichtsverlust
  • Schlafprobleme
  • depressive Stimmung
  • Konzentrationsprobleme
  • zitternde Hände

Illegale Drogen

Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation, gilt jeder Wirkstoff als Droge, der Funktionen innerhalb eines Organismus verändert. Man bezeichnet die Substanzen als illegale Drogen, deren Besitz, Konsum oder Handel im Betäubungsmittelgesetz geregelt sind. Damit gemeint sind sowohl verbotene Substanzen, als auch solche, die in der Medizin genutzt und durch einen Arzt verschrieben werden müssen (z. B. Morphine oder Amphetamine).

Zu den meist verbreiteten illegalen Drogen gehören Cannabis, Ecstasy, Kokain und Heroin. Ähnlich wie beim Alkohol kann der regelmäßige und langanhaltende Drogenmissbrauch zu einer Abhängigkeit führen, die mit physischen und psychischen Folgeschäden einhergeht.  

Internet/ neue Medien

Die neuen Medien die uns zur Verfügung stehen, wie beispielsweise Smartphone, Tablet, Computer, Fernsehen und Internet, können uns einiges erleichtern. Schnell kann man an Informationen gelangen und über die sozialen Netzwerke Kontakte pflegen. Doch eine langanhaltende exzessive Nutzung der Medien kann zu einer Abhängigkeit führen. Besonders Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, weshalb es von enormer Wichtigkeit ist früh auf die Häufigkeit der Mediennutzung zu achten. Besonders das Internet, vor allem Onlinespiele und virtuelle soziale Netzwerke bergen ein hohes Suchtpotential. Das Krankheitsbild ist unter vielen verschiedenen Begriffen zu finden, unter anderem „Computersucht“, „Internetsucht“ oder „Onlinesucht“. Derzeit wird diese Suchterkrankung den Stoffgebundenen (Verhaltenssüchten) zugeordnet. Betroffene haben den Umgang mit diesen Medien dann nicht mehr unter Kontrolle, wenn ihre Gedanken überdurchschnittlich oft darum kreisen, sie wichtige Dinge des alltäglichen Lebens stark vernachlässigen, sich von der realen Welt distanzieren und/oder sich unruhig und reizbar fühlen, sobald sie das dementsprechende Medium oder deren Angebote nicht nutzen können (Drogenbeauftragte der Bundesregierung) .

Die von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung entwickelte Aktion „Leben mit Medien“ gibt wertvolle Tipps für einen altersgerechten Medienkonsum und informiert außerdem über die Vorbildfunktion bei der Nutzung von Medien von Erwachsenen und Eltern gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Näheres dazu können Sie dem Flyer: Leben mit Medien (externer Link) der Drogenbeauftragten der Bundesregierung entnehmen. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sie unter anderem hier:

www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de (externer Link)

Glücksspiel

Menschen, die gerne Glücksspiele spielen, werden in der Regel nicht sofort spielsüchtig. Dennoch gibt es Menschen, die trotz erheblicher persönlicher Nachteile, wie z. B. größeren finanziellen Verlusten, weiter spielen. Wer zu viel spielt, kann die Fähigkeit verlieren, sich zu entscheiden, ob er dem Glücksspiel nachgehen möchte oder nicht. Glücksspielsüchtige verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten. Das hat für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld oft ernsthafte Folgen, unter denen alle Beteiligten leiden.

  • Es werden Lügen und Ausreden erfunden, um unangenehme Tatsachen zu verbergen, z. B. dass man den Monatslohn verspielt hat.
  • Vertrauensvolle Beziehungen werden zerstört, weil die Spielenden sich oft gefühlsmäßig abwenden und sich ganz dem Spielen zuwenden.
  • Die existenzielle Lebensgrundlage geht verloren, z. B. weil das Geld für Lebensmittel oder die Miete fehlt.
  • Gemeinschaftliche Unternehmungen mit Freunden und Familie sind nicht mehr möglich, weil Spielende dazu keine Zeit haben

Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Sie bestimmt das Alltagsleben der Betroffenen, denn sie nehmen fast jede Gelegenheit wahr, um zu spielen. Die Familie, das Berufsleben und die soziale Kontakte werden vernachlässigt. Normalen Problemen des Alltags und negativen Gefühlen weichen sie aus, indem sie spielen.

(Quelle: www.spielen-mit-verantwortung.de)

Medikamente

Viele Medikamente können Krankheiten verhindern, lindern oder heilen. Werden bestimmte Medikamente (z. B. Schlafmittel = Benzodiazepine) aber zu lange und in zu großen Mengen geschluckt, dann können sie krank machen. 

Ein Medikamentenmissbrauch beginnt dann, wenn mit Hilfe von Medikamenten versucht wird, das eigene Wohlbefinden zu beeinflussen und eigene Probleme auszublenden.

Oft ist der Übergang vom Medikamentenmissbrauch zur -abhängigkeit fließend. Schluckt dann ein Patient ein Medikament zwanghaft, besteht meist bereits schon eine Abhängigkeit.

Dies kann zum Beispiel bereits damit beginnen, dass der Arzt Medikamente gegen Beschwerden, wie innere Unruhe, Angst oder Depression verschreibt. Zuerst verbessern sich die Symptome und es kommt zur seelischen Entlastung. Lässt die Medikamentenwirkung dann aber nach, sind die Betroffenen enttäuscht – denn es hat sich für sie nicht wirklich etwas gebessert. Aber die Medikamente haben zumindest dazu beigetragen, dass der Patient sich von seinen Problemen entlastet gefühlt hat, ohne selbst etwas dagegen tun zu müssen. So entsteht ein Teufelskreis: der Patient greift erneut zur Pille!

Essstörungen

Ein gestörtes Essverhalten allein ist noch keine Krankheit, aber daraus kann sich eine Erkrankung entwickeln. Essstörungen können sich auf verschiedene Weise zeigen. So unterschiedlich sie sich auch zeigen, eines ist für alle kennzeichnend: Essen bestimmt das Leben der Betroffenen. Das gilt für ihren Tagesablauf, ihre Gefühle, ihre Beziehungen zu anderen, ihre beruflichen und privaten Entscheidungen. Sie sind auf das Essen bzw. das Nicht-Essen fixiert. Ihr Körper ist aus ihrer Sicht für alles Glück und Unglück verantwortlich - sie tragen ihre inneren Spannungen auf dem „Schlachtfeld Körper“ aus.

Es werden dabei drei Hauptformen unterschieden:

  • Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa) - starker Gewichtsverlust, den die Betroffenen bewusst herbeiführen
  • Bulimie (Bulimia nervosa) - häufige Essattacken, bei denen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen gegessen und wieder erbrochen werden
  • Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder) - wiederholte Essattacken, die mit übermäßigem Essen einhergehen; Erleben von   Kontrollverlust
Alle Essstörungen können ineinander übergehen oder sich abwechseln, aber nicht immer sind bei Essstörungen alle Merkmale ausgeprägt. Auch lassen sich nicht alle Essstörungen lassen den drei Hauptformen zuordnen.

(Quelle: www.bzga-essstoerung.de)

Legal Highs

Hierbei handelt es sich meist um synthetische  Stoffe, die auch unter den Namen „Research Chemicals“, „Herbal Highs“ oder „Legal Highs“ zu finden sind. Besonders der Name „Legal Highs“ hat sich als ein sehr beliebter Name innerhalb der Drogenszene entwickelt, da er suggeriert, dass man einen Rauschzustand auf ganz legalem Wege erzielen könne. Sie versuchen psychoaktive Substanzen nachzuahmen und ebenso einen ähnlichen bewusstseinsverändernden Effekt zu erzielen. Viele der neuen psychoaktiven Stoffe sind in ihrer Struktur und Wirkung aber geringfügig verändert, sodass Verkäufer von Legal Highs dadurch versuchen die Strafvorschriften des Betäubungsmittelgesetzes zu umgehen. Tatsächlich aber sind NPS einzelstofflich im Betäubungsmittelgesetz aufgeführt. Sie werben offen damit, dass es sich bei ihren Stoffen um legale Substanzen handelt (Vgl. Bundesgesundheitsministerium, 2020).

Legal Highs werden zumeist getarnt als Kräuter- oder Räuchermischungen, Badesalze oder Düngerpillen verkauft. Auf eine detaillierte Aufzählung der Inhaltsstoffe wird verzichtet, wodurch der eigentliche Verwendungszweck verschleiert wird (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., 2019).

Problematisch ist daran, dass besonders jungen Menschen durch die vermeintliche Legalität von neuen psychoaktiven Stoffen eine falsche Vorstellung von Harmlosigkeit suggeriert wird. 

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